Kane und Lynch sind wieder da. Beinahe drei Jahre nach dem ersten Abenteuer des ungleichen Duos rufen die beiden wieder zu den Waffen. Und sie haben sich als Schauplatz für ihren Rachefeldzug die Stadt ausgesucht, die bereits von Salem und Rios in ihrem zweiten Auftritt heimgesucht wurde: Shanghai. Können die beiden Kämpfer der Hitman-Macher der dualen Action neue Impulse einhauchen? Wir haben die ersten Abschnitte angespielt.
Lasst uns einen kurzen Blick zurückwerfen. Auf den Vorgänger von Kane & Lynch 2 - Dog Days (KL2), der Ende 2007 veröffentlicht wurde. Unter dem Strich hatte das Team von IO Interactive einen respektablen und ambitionierten Versuch unternommen, um sich auch abseits der Hitman-Serie als kompetente Action-Entwickler zu präsentieren. Das Erzähltempo war rasant, die Hauptcharaktere waren hochinteressant, es gab teilweise zerstörbare Umgebungen und mit der "Zerbrechlichen Allianz" bekam man einen sehr interessanten Mehrspieler-Modus.
Kane & Lynch sind zurück - und stecken auch in Shanghai schon wieder Hals über Kopf in Schwierigkeiten.
Dem gegenüber standen jedoch eine eher biedere Technik mit vielen Clipping-Fehlern sowie häufig schwacher Kollisionsabfrage und vor allem eine stark verbesserungsfähige KI, die letztlich den eigentlich verdienten Aufstieg in höhere Wertungsregionen verhinderten.
Wie es hinsichtlich kooperativer Action besser gemacht werden konnte, hat kurz darauf eine Zweierarmee aus dem EA Studio Montreal gezeigt, die Anfang dieses Jahres zu einem zweiten Abstecher nach Fernost aufbrach, genauer: Shanghai.
Und ob Zufall oder nicht, Shanghai ist auch der neue Tatort für Kane & Lynch, wobei wir uns die Story sowie alles, was damit zusammenhängt, für den finalen Test aufbewahren. Nur so viel sei gesagt: Über Umwege entwickelt sich die Geschichte wieder zu einem Rachefeldzug, in deren Verlauf scheinbar kein Stein auf dem anderen bleibt.
Wer abrutscht, darf nochmal...
Dementsprechend war ich gespannt, ob IO die Mankos des Vorgängers behoben und ob man im Rahmen der Entwicklung auch über den Tellerrand geschaut hat - immerhin hat sich der Koop-Shooter im Laufe der letzten drei Jahre weiterentwickelt.
Nach vier gespielten Missionen bleibt jedoch ein gespaltener Eindruck zurück. Nicht, was die Action betrifft - die ist ähnlich intensiv wie in Teil 1. Man gerät in harte Feuergefechte, bei denen man (wieder einmal) die Umgebung häufig zerlegen kann, was natürlich für eine schnelle Reduzierung der zur Verfügung stehenden Deckungspunkte sorgt - wobei allerdings schon das ein paar Jahre alte Stranglehold in dieser Hinsicht insgesamt weiter war.
Wie viele andere Ballerereien verlässt sich KL2 mechanisch auf ein Zwei-Waffen-System, wobei man alle von den Gegnern fallen gelassenen Schießprügel aufsammeln kann, um damit sein Arsenal dynamisch zu verändern.
Abstand genommen hat man übrigens von den Befehlen, die man seinem Partner bzw. Team geben kann. Sowohl Kane als auch die ggf. mit einem laufenden anderen Kameraden gehen ihre eigenen Wege und warten nur gelegentlich auf einen, wenn es darum geht, den nächsten Checkpunkt zu erreichen oder die nächste Tür zu öffnen. Der Vorteil liegt darin, dass man sich nicht mehr um die Kompagnons kümmern muss, da sie offensichtlich gegen einen Großteil der Angriffe gefeit zu
Einige Probleme des Vorgängers wie z.B. KI-Schwächen haben nach wie vor Bestand. Trotzdem weiß die Action zu gefallen.
sein scheinen. Zumindest in den vier spielbaren Abschnitten gab es nur immer wieder Lynchs Ableben zu beklagen. Und auch das ist nicht etwa dem überaus intelligenten Agieren der gegnerischen Klonarmeen zuzuschreiben, sondern eher der Masse an bewaffneten Kräften, die auf einen zustürmt sowie der analog zum gewählten Schwierigkeitsgrad höheren Trefferquote.
Alte Probleme
Oder mit anderen Worten: Die KI ist immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Mal laufen die Feinde wie an der Schnur gezogen auf ihrem vorgesehenen Laufweg in mein Gewehrfeuer, ein anderes Mal gehen sie in Deckung und vergessen dabei, dass ich diese Flanke bereits seit einigen Minuten erfolgreich beharke und einige ihrer Kollegen auf dem Gehweg liegen.
Immerhin laufen sie trotz gewisser Tendenzen nicht immer die gleichen Wege ab, so dass sie in den zwar linearen, aber mitunter großräumig gestalteten Abschnitten immer andere Ausweichpositionen suchen und es sogar gelegentlich schaffen, einen zu flankieren.
Dennoch: Unter dem Strich spielt sich KL2 nicht großartig anders als der Vorgänger. Etwas eingängiger vielleicht, etwas schneller und sogar etwas intensiver. Doch da die KI-Probleme nach wie vor Bestand haben und auch die immer wieder zweifelhafte Kollisionsabfrage nach wie vor durchscheint (wenngleich nicht mehr ganz so dominant), dürfte das Duo auf seinem Asientrip Schwierigkeiten bekommen, im Konzert der ganz großen Action-Highlights eine wichtige Rolle zu spielen - zumindest für Solisten. Denn letztlich bietet man hier nichts, was man in einem anderen Titel nicht auch erleben kann. Daran kann auch der Arcade-Modus nichts ändern, der im Prinzip die wahlweise mit Bot gefüllte Variante der "Zerbrechlichen Allianz" des Vorgängers darstellt.
Potenzial
Interessanter sieht es da schon mit den puren Onlinemodi aus: So wird der bekannte Modus um "Räuber und Gendarm" sowie "Undercover Cop" ergänzt, wobei vor allem Letztgenanntes interessant klingt: Einer der Akteure (wahllos zu Beginn einer Runde ausgewählt) ist ein Polizist und muss dafür sorgen, dass die anderen nicht mit der Beute entkommen - Reservoir Dogs lässt grüßen.
Wer keine Mitspieler zur Verfügung hat, kann im Arcade-Modus auch von Bots unterstützt auf Beutejagd gehen.
Ebenfalls interessant ist die Möglichkeit, die Kampagne kooperativ zu erleben, wobei sowohl lokales Spiel am Splitscreen als auch per Xbox Live bzw. PSN unterstützt wird. Auf das Mehrspieler-Erlebnis werden wir allerdings auch erst im Test eingehen, unter anderem weil hier viel von der Anzahl und Gestaltung der Karten abhängen wird, von denen in der vorliegenden Fassung nur eine integriert war. Die hinterließ allerdings einen interessanten Eindruck.
Interessantes Look & Feel
Nachdem sich die Änderungen und Fortschritte in KL2 im Vergleich zum Vorläufer in überschaubaren Grenzen aufhalten, fragt man sich natürlich, woran IO die letzten Wochen und Monate gearbeitet hat. Die Antwort findet sich definitiv in der Visualisierung. Stilistisch betreten Kane & Lynch Neuland. Sicher: Wackelkamera gibt es immer wieder in Spielen, man erinnere sich nur an die Laufsequenzen der Gears of War-Serie.
Doch in keinem Titel wurde dieses Stilmittel so konsequent und überzeugend eingesetzt wie hier. Wer also etwas mit Filmen mit verwackelter Handkamera wie Cloverfield anfangen kann, wird sich sofort mit der Kulisse anfreunden können. Nur, dass sich hier zusätzlich noch Bildstörungen, Artefakte Blendenfehler, unglückliche Lensflares und andere Merkmale sehen lassen, bei denen ein Hollywood-Kameramann im Normalfall einen vierfachen Herzinfarkt bekäme.
Dadurch wirken die Hundetage, die die beiden erleben, eher wie eine Schmalspur-Dokumentation als wie ein Hochglanz-Hollywood-Action-Blockbuster - im positiven Sinn. Allerdings wirkt dieses Stilmittel in einem Punkt aufgesetzt: Wo Titel wie Cloverfield eine legitime Erklärung für die Schüttelkamera anbieten, bleibt KL2 bislang schuldig, wer hinter der Kamera steckt - im schlimmsten Fall niemand, wodurch diese Form der Visualisierung zwar nicht wirklich an Wucht verliert, aber erzählerisch eine weitere Schwachstelle offenbaren würde. Und wem das alles zu unruhig ist, kann in den Optionen sogar die "Steadycam" aktivieren, die das Bild ungleich sanfter auf den Bildschirm bringt.
Das Deckungssystem funktioniert gut und sorgt mit der Wackelkamera für intensive Gefechte.
Aber auch wenn man durch die hektische Kameraführung mitunter den Eindruck bekommt, dass das Shanghai-Abenteuer des ungleichen Duos beinahe fotorealistisch ist, bleibt man letztlich doch weit entfernt davon. Zu unsauber wirken manche Texturen im Detail, wer genau hinsieht, wird immer wieder Tearing-Probleme entdecken, die Mimik ist bei Weitem nicht so ausgereift wie z.B. in Uncharted 2 und auch die Interaktion mit der Umgebung ist abseits der an vorgesehenen Punkten zerstörbaren Kulisse nur eingeschränkt möglich. Man kann teilweise nicht einmal bei den in die Szenerie eingelassenen Polizeiwagen die Reifen zerschießen.
Und als Stilmittel vollkommen verfehlt sehe ich die Verpixelung bestimmter Szenen oder Ereignisse, die nach Publisher-Angaben nicht nur in der deutschen USK-Version auftreten werden. Dies geht gegen den direkten authentischen Charakter der Verfolgerkamera, da es nachbearbeitet wirkt und das Erlebte vollkommen unnötig abschwächt. Und es widerspricht auch dem kompromisslosen Intro, in dem Kane & Lynch gefoltert werden, wobei beide allerdings sehr plastikhaft glänzen.
Mal sehen wie das Endergebnis aussieht und freu mich schon auf das Game.
Und heut geht es los!!!
Für alle die das Game schon haben sollten, ist dieser Beitrag ein Schmerz für den Geldbeutel, aber lest selber:
Die ersten Scharmützel rund um Starcraft 2 führen weder Zerg noch Protoss, sondern deutsche Einzelhändler: Sie liefern sich derzeit einen Preiskampf um das Echtzeit-Strategiespiel von Blizzard - selbst ein offizieller Partner pfeift möglicherweise auf die Preisempfehlung des Herstellers.
Hier mal ein kleiner Vergleich:
4players: StarCraft 2: Wings of Liberty (PC) Standard Edition --- 52,99 Euro
StarCraft 2: Wings of Liberty Collectors Edition --- 99,99 Euro
Amazon: StarCraft 2: Wings of Liberty (PC) Standard Edition --- 38,99 Euro
StarCraft 2: Wings of Liberty Collectors Edition --- 86,00 Euro
Die Hochpreispolitik von Activision Blizzard ist offensichtlich gescheitert: Der Publisher hat bei Starcraft 2 eine unverbindliche Preisempfehlung von knapp 60 Euro ausgegeben - trotzdem liefert sich der deutsche Einzelhandel zugunsten des Kunden eine Preisschlacht um das Echtzeit-Strategiespiel. Während es bei Amazon.de lange Zeit über 40 Euro gekostet hat, ist es dort einen Tag vor Veröffentlichung für 38,99 Euro zu haben. Grund dürfte sein, dass die Kette Saturn einen Preis von 39 Euro bekannt gegeben hat.
Unklar ist, was Media Markt plant: Das Unternehmen arbeitet im Rahmen eines Mitternachtsverkaufs in Berlin mit Blizzard zusammen. Dort soll das Spiel 60 Euro kosten - eigentlich. Denn inzwischen wirbt Media Markt mit dem "besten Tiefpreis". Die Kette Gamestop setzt auf die Preisempfehlung von Blizzard, liefert aber einen Gutschein über 20 Euro für künftige Käufe mit.
Eine Bestellung über den - gelegentlich besonders günstigen - britischen Ableger von Amazon lohnt sich bei Starcraft 2 nicht. Das Spiel kostet dort fast 35 Pfund, was umgerechnet über 41 Euro ergibt. Dafür lässt sich dort momentan schon ein anderes Spiel von Blizzard preiswert vorbestellen: Für Diablo 3 verlangt Amazon.co.uk gerade mal 23 Pfund - knapp 28 Euro. Wann das Action-Rollenspiel erscheint, weiß allerdings auch der Onlinehändler nicht.
Wer bei dem Händler seines Vertrauens übrigens bereits jetzt ein Exemplar von Starcraft 2 ergattern konnte, schaut vorerst in die Röhre: Blizzard schaltet die für die Installation benötigten Battle.net-Server erst am offiziellen Starttag ein - am 27. Juli 2010 um 0:01 Uhr.
Nachtrag vom 26. Juli 2010, um 14:34 Uhr:
Kurz vor dem Verkaufsstart von Starcraft 2 hat Blizzard ein neues Video veröffentlicht, das den Kampagnenverlauf - ohne Spoiler - erklärt.
Ich lass mich überraschen und hör mir erst mal die Feedbacks an und ob das Preisleistungsverhältnis auch stimmt!
Und ein Zusatz was gerade als Mail bei mir rein kam:
Wurde aber verdammt nochmal auch Zeit! In der Nacht vom 26. auf den 27. Juli bist Du eingeladen, die Streitkräfte von Marshal Jim Raynor tatkräftig zu unterstützen. Gemeinsam werdet ihr der galaktischen Bedrohung durch die unbändige Flut der Zerg entgegentreten.
Bereitmachen zum Warpsprung! StarCraft II: Wings of Liberty kommt!
Wann: 26. Juli 2010
Wo: Media Markt Berlin Mitte im ALEXA Shopping Center
Am Alexanderplatz
Grunerstraße 20
D-10179 Berlin
Einlass: ab 22:30 Uhr am Eingang Dircksenstr./Ecke Grunerstr.
Triff RobMcNaughton, den Technical Lead Artist von StarCraft II. Er freut sich sehr, dein Spiel vor Ort gleich nach Mitternacht zu signieren!
• Erlebe das Bühnenprogramm mit vielen Attraktionen, Gewinnspielen, Überraschungen & einem Interview mit dem Entwickler
• Viele exklusive Geschenke von unseren Partnern erwarten Dich: Preise von NVIDIA, Razer, SteelSeries, J!NX, Future Publishing und Panini werden an diesem Abend einen neuen glücklichen Besitzer finden
• Sicher Dir eine Collector’s Edition, vollgepackt mit außergewöhnlichen Inhalten, inklusive einem 176-seitigen Bildband mit den Kunstwerken der StarCraft II-Grafiker, dem kompletten Soundtrack als CD, einem 2 GB USB-Stick mit StarCraft & der Spielerweiterung Brood War darauf, einem exklusiven Blick hinter die Kulissen bei Blizzard über die Entstehung des Spiels auf DVD, einem nur in der Collector’s Edition erhältlichen StarCraft II Comic „Ausgabe 0“, sowie einem World of Warcraft „Mini Thor“-Haustier für Deinen World of Warcraft-Charakter.
StarCraft II: Wings of Liberty wird am 27. Juli um 00:01 Uhr veröffentlicht. Sei unter den ersten, der die epische Fortsetzung der Saga in Europa sein Eigen nennt und besuch den offiziellen Mitternachtsverkauf in Deutschland!
Werde sicherlich keine Zeit und kein Moos haben, aber vielleicht wird ja einer hingehen.
LG Gizi
[3] Kommentare - letzter von elzwergo - 25.07.2010 - 18:38
• Starcraft 2 - Kerrigan schießt in neuem Rendertrailer
In der Tradition der aufwendigen Trailer von Blizzard steht ein neues Video mit Szenen, die auf Starcraft 2 einstimmen. Zu sehen sind eine Reihe von Figuren aus der Solokampagne, unter anderem Sarah Kerrigan. Der Spieleclient steht inzwischen im Battle.net zum Download bereit.
Wenige Tage vor Veröffentlichung von Starcraft 2 am 27. Juli 2010 für Windows-PC und Mac OS schaltet die Marketingabteilung von Blizzard offenbar in den Turbomodus. Jetzt hat das Unternehmen einen aufwendig gerenderten Trailer mit dem Titel Ghosts of the Past veröffentlicht, der mit Figuren wie Sarah Kerrigan und Jim Raynor auf die Solokampange des Echtzeit-Strategiespiels einstimmen soll.
Die früheste Möglichkeit, an Starcraft 2 zu gelangen, ist der von Blizzard veranstaltete Mitternachtsverkauf im Zentrum von Berlin. Dort soll es das Spiel bereits um 0:01 Uhr geben.
Die Spielesoftware steht auf den Servern des Battle.net schon jetzt zum Download bereit. Aktivieren lässt sie sich - gegen Bezahlung - aber erst am 27. Juli 2010 um 10:00 Uhr. Einen Preis nennt Blizzard auf seiner "digitaler Client"-Seite nicht. Er dürfte bei rund 60 Euro liegen, was der offiziellen Preisempfehlung entspricht, die von den meisten Händlern deutlich unterboten wird.
Scheint ja mal richtig goil zu werden, aber ich warte noch auf Gameplayfeedbacks.
Das Thema Zweiter Weltkrieg scheint offiziell ad acta gelegt zu sein: Vor einiger Zeit kehrte Call of Duty Stalingrad und Co. den Rücken, schon bald marschiert auch Balleropa Medal of Honor in eine andere Richtung - jetzt geht es in die Gegenwart nach Afghanistan. Um den Neustart zu unterstreichen, bleibt der Name ganz simpel und schlicht, aber unter der Haube brodelt es mächtig.
Die Multiplayer-Beta bietet zwei Spielmodi: klassisches Team-Deathmatch sowie das Rush-ähnliche »Combat Mission«.
Digital Illusions hat wahrlich eine beachtliche Karriere hinter sich: Aus der Amiga-Demogruppe "The Silents" entstanden, waren sie in den 90ern vor allem für ihre großartigen Flipper-Spiele (allen voran Pinball Fantasies) berühmt. Später wurde der eine oder andere Ausflug zu den Rennspielen gewagt (Motorhead, Rallisport Challenge, Midtown Madness 3), bevor der Goldesel Battlefield die Bühne betrat - seit 2004 produziert die mittlerweile unter dem Namen »DICE« (Digital Illusions CE) operierende EA-Tochter ein Ballerfest nach dem anderen. Okay, zwischendurch hatten sie noch Zeit für das großartige Mirror's Edge , aber dem Schlachtfeld bleiben sie dennoch treu. Sogar außerhalb ihrer eigenen Marke, denn unter der Aufsicht der Mutterfirma entwickeln die Schweden gerade den Mehrspielermodus zum Afghanistan-Reboot der Medal of Honor-Serie (MoH).
Der Betatest enthält zwei Karten mit ebenso vielen Spielmodi. »Combat Mission« ist das hiesige Pendant zu den bekannten Assault-Modi anderer Shooter (oder Rush aus Bad Company 2 ): Zwei Teams kämpfen um drei Punkte - das eine muss sie verteidigen, das andere sie zerstören. Schaffen Letztere das mit einem Punkt, wird zum nächsten weitergerückt, bis alle hinüber sind und das Spiel gewonnen ist - wird das Ganze nicht innerhalb einer bestimmten Zeit geschafft, triumphieren die Verteidiger. Kennt man. Genau wie »Team Assault«, das ganz normales Team-Deathmatch ist. Die beiden Karten sind angenehm abwechslungsreich: »Helmand Valley« spielt in einem zerfallenen Dorf, das in einer Hügelkette liegt - das bietet den Angreifern sehr viele Routen und den Verteidigern ebenso viele Lauerstellungen. »Kabul City Ruins« dagegen präsentierte einen halb zerstörten Teil der afghanischen Hauptstadt, der gerade Nahkämpfern sehr viele heimtückische Möglichkeiten bereiten dürfte, hat
Bislang darf man nur mit einem Panzer seine Runden drehen - und der hat auf den engen Pfaden kaum einen Nutzen.
er doch viele enge Gänge, Treppen und Autowracks zum Verstecken. Außerdem sind die hohen Dächer ein gefundenes Fressen für geduldige Scharfschützen. Das ist eine von drei Klassen, die im Betatest auf Seiten der amerikanischen Streitkräfte und der Bartträger zur Verfügung standen - die anderen beiden wären »Rifleman« (also die klassische Infanterie) sowie »Special Ops«. Auffällig ist, dass es im Gegensatz zu anderen Shootern keinerlei Unterstützer-Klassen wie Sanitäter gibt - entweder pfeift DICE dieses Mal darauf und schiebt den schnellen Frag à la Modern Warfare 2 in den Vordergrund oder sie sind im Betatest einfach noch nicht enthalten.
Mach mal Platz da!
Das Spiel selbst ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr konservativ: Durch die Betonung von Offensiv-Klassen entfernt sich DICE von seinen Team-Wurzeln und geht mehr in den actionreichen Unreal Tournament- bzw. Call of Duty-Bereich. Anfangs hat man pro Klasse nur eine Waffe mit Standardausrüstung zur Verfügung; mit fortschreitender Fragzahl und dem damit verbundenen Levelaufstieg werden weitere Wummen und Erweiterungen freigeschaltet - anfangs muss man sich mit Klassikern wie der AK-47, der M16 oder ungelenkten Raketen zufrieden geben. Und damit sollte man besser sehr zielgenau sein, denn das Spielprinzip setzt auf Geschwindigkeit: Spawn-Kill-Spawn-Kill-Spawn-Kill ist Alltag.
Im Gegensatz zu Battlefield gibt es in Medal of Honor zur Zeit kaum Fahrzeuge - genau genommen nur eines: den Panzer. Und der ist im Betatest de facto unnötig, denn Helmand Valley ist viel zu klein und die Wege viel zu eng, um mit dem Tank wirklich Spaß zu haben. Außerdem fällt sowohl mit dem Panzer als auch mit Raketen auf,
Die engen Straßen von Kabul bieten nicht nur Scharfschützen ein Betätigungsfeld - hier sind vor allem Nahkämpfer gefragt.
dass die Waffen kaum Bereichs- und Streuschaden machen - aber für genau solche Erkenntnisse ist ja ein Betatest da. Eine andere ist, dass DICE trotz seiner destruktiven Wurzeln die Umgebung in Ruhe lässt: Konnte man in Bad Company 2 noch einen Großteil der Welt mit entsprechender Feuerkraft in ihre Einzelteile zerlegen, bietet selbst eine bröselige Kieselmauer in Afghanistan zuverlässigen Schutz vor allem Beschuss - lediglich Bäume lassen sich abknicken.
Medal of Honor dürfte der erste Shooter sein, der für Einzel- und Mehrspielermodus unterschiedliche Grafiksysteme nutzt: Während in der Kampagne die neuste Unreal-Technologie schnauft, kommt im Multiplayer das Frostbite-System von DICE zum Einsatz, das zuletzt für das prächtige BC2-Kleid zuständig war. Das sieht man MoH gegenwärtig aber nicht an: Die Kulisse ist okay und schnell, aber noch nicht besonders beeindruckend - und zumindest auf dem PC sehr absturzfreudig. Die Todesanimationen sind extrem simpel, außerdem gibt es keine Killcam, so dass Camper mit Scharfschützengewehr eine sehr angenehme Zeit vor sich haben.
Also Fazit vom 4Playerstester Paul Kautz:
DICE kann Multiplayer, das wissen wir. Die Battlefield-Reihe hat mehr als jeder andere Shooter das Teamplay in den Vordergrund gestellt, was man zuletzt nahezu perfekt in Bad Company 2 genießen durfte. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollte man eigentlich annehmen, dass spielbares Ambrosia dabei rauskommt, wenn die Schweden den Mehrspielerpart des neuen Medal of Honor entwickeln. Und die beiden Karten bieten auf den ersten Blick ein ebenso vertrautes wie gutes Spielgefühl: Deutlich unterschiedliche Waffen und Klassen, sorgfältig designte Karten mit Vor- und Nachteilen für jede Fraktion. Aber wo ist das Besondere? Deshalb war mein beherrschender Gedanke beim Betatest: Warum soll ich gerade das im Multiplayer und nicht Bad Company 2, Modern Warfare 2, Halo 3 oder MAG spielen? So schön und schnell sich die Beta auch spielt, muss sie sich doch die Frage gefallen lassen, was es an coolen neuen Ideen in den reichlich vollen Shooter-Topf bringt? Antwort nach vielen Stunden Betatest: keine. Gerade von DICE erwarte ich mehr als explosiven Standard!
Ersteindruck: befriedigend
Und hier meiner:
Da ich ja auch Bad Company 2 gezoggt habe und etwas enttäuscht bin, denke ich mal das Medal of Honor keine Kaufempfehlung ist und sein wird. Ich habe alle teile gespielt und werde diesen auch mal anspielen, wenn es eine Demo geben sollte.Doch wie der Bericht schon meint, ist es nur ein abklatsch von Bad Company 2 und ich finde das Medal of Honor eine eigene Geschichte hat und sicherlich besseres verdient hat als die Programmierer von DICE. Das ist meine Meinung.